Ein Trainingstool für Social Media Übungen im Katastrophenschutz

Social Media werden im Bevölkerungsschutz immer wichtiger. Also müssen die S5 und Pressesprecher den Umgang damit üben – aber wie?
Offen über die echten Plattformen zu posten, halte ich für viel zu riskant – selbst wenn die jeweiligen FB-Seiten und Twitter-Accounts geschlossen gehalten werden.
Für unsere Arbeit im Übungsleitungspool der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein hatten wir bisher deshalb mit einer WordPress-Seite gearbeitet, die wir für diesen Zweck umgebogen hatten. Damit konnten wir Twitter, Facebook und einen Liveticker hinreichend nachbilden.
Jetzt nutzen wir Slack.

Slack ist eine Plattform, mit der Arbeitsgruppen überörtlich zusammenarbeiten können. In etwa so wie ein vernetztes Whatsapp mit diversen Kanälen, die zwei oder mehr Teilnehmer haben können. Kennengelernt habe ich es über das VOST, in dem wir es zentral für unsere Zusammenarbeit nutzen. Man kann es kostenlos über den Browser nutzen oder als App fürs Handy und für den Computer herunterladen.

Wie nutzen wir Slack für den Katastrophenschutz?

Der S5 des zu beübenden Stabes erhält eine Einladung per Mail und kann sich dann in unsere spezielle Slack-Plattform einloggen.
Dort haben wir folgende Chats angelegt:

  • Facebook (stellt die FB-Seite des jeweiligen Kreises dar)
  • Twitter (Account des jeweiligen Kreises)
  • Liveticker (der örtlichen Tageszeitung )

Dazu können Channels kommen, die den E-Mail-Verkehr mit anderen Behörden und Organisationen nachbilden – das kann man ja schlecht per Vierfachvordruck erledigen…
Mit Slack ist es sogar möglich, Kollegen mit einzubinden, die Zuhause sind und vielleicht mal eine Stunde zwischendurch Zeit haben. Dazu haben wir einen zusätzlichen internen Chat, in dem wir uns über die Strategie und den Stand der Übung austauschen können.

Wir haben es ausprobiert – und es funktioniert! Mit guter Vorbereitung lässt sich so ein starker Verkehr auf den Social Media nachbilden – und vor allem direkt auf die laufende Übung eingehen. Beispiel: Wird bei einer Schneelage ein Personenzug nicht schnell evakuiert, dann kommen von dort immer mehr Tweets und Facebook-Posts.
Nach der Nutzung kann man die Chats archivieren – dafür macht es Sinn, das Datum mit in den Titel zu nehmen, damit nachher im Archiv nicht alle Chats den gleichen Namen haben.

Ein besonderer Clou: Wir haben unser Slack mit einer Dropbox vernetzt. So können wir öfter genutzte Fotos und Videos dort ablegen und direkt in die Slack-Kanäle posten. Sauber nach Szenarien geordnet, spart das viel Recherchezeit im Internet. (Das funktioniert allerdings nur auf Windows-Rechnern und auch nur, wenn man Slack per Browser startet. Warum, weiß ich auch nicht. Ist aber so…)

Habt ihr mit Slack auch schon Erfahrungen in dieser Richtung gemacht? Oder nutzt ihr andere technische Möglichkeiten, um Social Media nachzubilden? Ich freue mich auf Anregungen!

Text: Jan Müller-Tischer, Trainer und Berater für BOS und Katastrophenschutz