7 Tipps für einen guten Imagefilm

In meinen Seminaren geht es ja vor allem darum, wie wir Social Media im Einsatz gut nutzen können – zur Information und Warnung der Bevölkerung und zur Informationsgewinnung, zum Beispiel.

Jetzt fragte mich die schleswig-holsteinische Jugendfeuerwehr, ob ich nicht einen Workshop zu Imagefilmen ausarbeiten könne. Klar, sagte ich, denn schließlich beschäftige ich mich beruflich ja täglich damit, (hoffentlich) gute kurze Videos für die Social Media zu erstellen. Dann habe ich die Filme herausgekramt, die ich selbst für Jugendrotkreuz und Jugendfeuerwehr gedreht hatte. (Der erste war von 1995 – man wird ja nicht jünger…)

Gut sechs Stunden haben wir im Landesjugendfeuerwehrzentrum in Rendsburg über Imagefilme gesprochen. Und hier möchte ich die wichtigsten Infos gern als FAQ teilen.

 

Wo kann man Imagefilme nutzen?

Eigentlich überall. Es gibt keine bessere Werbung als einen gut gemachten Spot. Zum einen natürlich immer dann, wenn sich Jugendliche und Erwachsene für meine Arbeit interessieren: Bei Messen (ohne Ton und im Hintergrund) und bei Tagen der offenen Tür. Noch wichtiger aber: Ein gut gemachter Film kann in allen sozialen Medien gewinnbringend genutzt werden.

Kern ist dabei Youtube – dort kann ich meine Filme in einem eigenen Kanal allen Interessierten auf Dauer zugänglich machen und vor allem auch überall hin verlinken. Dann macht es aber auf jeden Fall Sinn, den Film auch direkt bei Facebook hochzuladen – nicht etwa nur von Youtube verlinken – das bringt mehr Reichweite.

Wer hat, kann den Spot auch bei Twitter und Instagram nutzen – hier ist allerdings die Maximallänge von einer Minute zu beachten.

Wie lang sollte ein Imagefilm sein?

Auf jeden Fall nicht länger als 3 Minuten. Weniger ist mehr. Meine Erfahrung zeigt, dass die Kurve der Viewer auch bei guten Filmen langsam aber stetig sinkt. Überlegt mal, wie lange ihr dranbleibt, wenn euch jemand ein Filmchen auf Facebook oder Whatsapp schickt. Es macht absolut mehr Sinn, (mehrere) kurze Filme zu erstellen, die man dann auch direkt in den Sozialen Medien ausspielen kann. Die sind schneller gemacht und erzielen im Verhältnis zum Aufwand viel größeren Effekt als der Möchtegern-Blockbuster, der 30 Minuten von einer Übung zeigt. So etwas geht dann in Richtung Dokumentation einer Übung – aber das schauen sich dann nur die an, die bereits dabei sind. Einen Werbeeffekt darf man davon nicht erwarten.

Wie sollte ein Imagefilm aussehen?

Auf jeden Fall sollten wir alle uns von dem „klassischen“ Imagefilm verabschieden. Das legt die Latte so hoch, dass sich viele nicht herantrauen, und das wäre schade. Es gibt so viele Möglichkeiten und Anlässe für solche Filme! Es muss übrigens auch nicht immer der „vom-Alarm-bis-zum-Brandort-mit-schmissiger-Musik“-Film sein. Denn gibt es schon so oft.

Wie wäre es mit einem kleinen Spot von einer Unternehmung mit der Jugendgruppe? Oder vom Tag der offenen Tür? Oder vom Fußballturnier? Lauter kurze Spots, die dann zu einem längeren zusammengeschnitten werden können – und der zeigt dann (bitte auch wieder kurz und knackig), was über das Jahr so passiert und warum es sich lohnt, dabei zu sein.

Alles geht: Einfach nur einige Szenen, wie sich die Kids über einen Besuch bei der Jugendfeuerwehr freuen, zum Beispiel. Noch stärker wird es aber, wenn wir Gesichter und Stimmen sehen: Jugendliche und Erwachsene, die uns erzählen, warum sie so gern dabei sind. Dazu braucht man nur kurze Interviews, die man dann unter die Szenen mischt. Musik darf auch gern dabei sein – mehr dazu später.

Man kann daraus auch ein gemeinsames Projekt mit der Jugendgruppe machen – vom Storyboard bis zum Schnitt können sich daran alle beteiligen. Und: Auf Gelegenheiten achten, wie zum Beispiel die Mannequin-Challenge. So etwas wird wieder kommen, und dann macht es Sinn, als eine der ersten Einheiten dabeizusein und so einen Hype für ein erfolgreiches Marketing zu nutzen.

Was für Technik brauche ich?

Heutzutage eigentlich fast gar nichts mehr. Wer eine halbwegs ruhige Hand hat, kann kurze Videos mit  dem Handy drehen und dann mit kostenlos erhältlichen Schnittprogrammen nachbearbeiten. Gibt es sogar fürs Handy  – dann darf man allerdings keine Wunder erwarten.

Wer mehr will, sollte auf einen guten Camcorder mit einer Anti-Wackel-Optik setzen, dazu kommt dann noch ein gutes Handmikrofon – denn der Ton ist (vor allem bei kurzen Interviews) sehr wichtig. Das kann das eingebaute Mikro der Kamera kaum leisten.

Auch Fotos lassen sich sehr gut in solche kurzen Filme integrieren – man kann also alles nutzen, was so an Material verfügbar ist.

Welche Musik sollte ich nutzen?

Die aktuellen Hits aus den Charts jedenfalls nicht – das kann teuer werden. Aber die so genannte Gema-freie Musik gibt es bei vielen Datenbanken kostenlos, wenn  man sie nur für nicht kommerzielle Projekte verwendet. Auch Youtube hat so ein Musik- und Geräusch-Archiv – man darf dann in seinen Videos dort allerdings keine Werbung schalten. Immer genau nachlesen, wie die Bedingungen sind – und sie dann ausdrucken und aufbewahren.

Welche rechtlichen Hürden muss ich beachten?

Zum einen sollten wir es unbedingt vermeiden, mit Sonderrechten über öffentliche Straßen zu brettern – nur um die Szene aufzunehmen und dann auf Youtube zu stellen. Wichtig ist auch, die Eltern der beteiligten Jugendlichen um Erlaubnis zu fragen. Und dann: Bitte nur Szenen verwenden, die den Unfallverhütungsvorschriften nicht entgegenlaufen…

Wo finde ich Beispiele für BOS-Imagefilme?

In der Playlist auf meinem Youtube-Kanal habe ich einige Beispiele von guten und „interessanten“ Imagefilmen gesammelt – macht Euch selbst ein Bild: https://www.youtube.com/playlist?list=PLSQ7XIMeSGu3KzeVCcEjnWE6lXDoupUzB

Habt ihr weitere Fragen? Immer her damit!

 

 
Text: Jan Müller-Tischer, Trainer und Berater für BOS und Katastrophenschutz