Rauchende Köpfe in Harrislee

Darauf freue ich mich immer schon lange vorher: Gerade läuft wieder eines unserer so genannten Ü-Pool-Treffen an der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein. Alle sind da: Die Polizisten, die Feuerwehrleute, die THWler und alle anderen Experten, die das große Team ausmachen.

Aber was machen wir eigentlich genau? Nun – meistens treffen wir uns, um eine Übung für einen der Katastrophenschutzstäbe der schleswig-holsteinischen Kreise abzuhalten. Dabei ist allerdings keine Zeit, etwas an diesen Übungen weiterzuentwickeln oder gar neue zu schreiben. Und genau dafür sind unsere Übungsleitungspool-Treffen gedacht.

Neue technische Lösungen

Ganz ehrlich: Wenn man mit acht Leuten einen ganzen Stab über mehrere Tage beschäftigten will, dann brummt einem Abends ganz schön der Kopf. Deshalb denken wir über neue technische Lösungen nach, die uns die Arbeit als Übungsleitung leichter machen.

Ein Beispiel: Bisher hatten wir eine von mir umgebaute WordPress-Webseite genutzt, um den S5 der Stäbe verschiedene Social Media einzuspielen. Durch meine Arbeit im VOST habe ich vor einiger Zeit Slack kennengelernt – ein Tool zur Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen. Das haben wir jetzt umfunktioniert und können jetzt Facebook, Twitter, einen News-Liveticker (und bei Bedarf weitere Social Media) einspielen. Der Pressesprecher kann darauf reagieren, Kommentare schreiben und selbst etwas posten. Besonders praktisch: Die Fotos, die wir später posten wollen, können wir jetzt nach Übungen sortiert, ablegen und schnell abrufen. (Nachtrag: Wichtig dabei – diese Lösung nutzen wir nur für den „Social Media Verkehr“, die Daten der Übung werden dabei nicht auf Slack übertragen, sondern liegen unabhängig davon direkt auf den Servern der Schule.)

Überarbeitung  und neue Übungen

Ob es um einen Waldbrand geht, um einen Stromausfall oder eine Sturmflut: Nach jeder gelaufenen Übung gibt es eine Rückmeldung für die Teilnehmer – aber umgekehrt auch eine der Teilnehmer für uns. Wenn sich dabei zeigt, dass etwas nicht ganz rund gelaufen ist, dann fassen wir die entsprechenden Einspielungen nochmal an und verbessern etwas, zum Beispiel am Zeitablauf.  Aber natürlich müssen wir auch mit der Zeit gehen: So werden jetzt unter anderem alle analogen Funkpläne gegen digitale Vorlagen ausgetauscht. Die Umstellung in Schleswig-Holstein ist schließlich mittlerweile fast abgeschlossen.

Da jeder Stab des Landes einmal im Jahr zur Landesfeuerwehrschule kommt, brauchen wir natürlich immer neue aktuelle Übungen, damit es nicht langweilig wird. Deshalb haben wir immer drei oder vier Szenarien in der Mache – schließlich dauert es oft mehr als ein Jahr, bis die Übung dann einsatzbereit ist. Das ganze Regiebuch muss stimmig sein, die Übungseinlagen nach mehreren Schwierigkeitsgraden ausgearbeitet werden.

Ja – und dann geht es wieder los: In den kommenden Monaten können wir ausgiebig ausprobieren, ob unsere Änderungen so auch funktionieren. Bis zum nächsten Ü-Pool-Treffen…

Text und Foto: Jan Müller-Tischer, Trainer und Berater für BOS und Katastrophenschutz