App warnt vor Terroranschlägen

Sie ist gerade noch rechtzeitig zur Fussball-Europameisterschaft fertiggeworden: Die Anti-Terror-App der französischen Regierung. Angekündigt wurde sie bereits unmittelbar nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November. Auf Englisch und Französisch warnt sie ab sofort innerhalb von Minuten, wenn ein Anschlag verübt werden sollte. Sie heißt SAIP, das steht für „Système d’alerte et d’information des populations“, übersetzt „Bevölkerungs- Alarm- und Informations-System“.

Es gibt sie auch in den deutschen Appstores, denn sie ist natürlich auch für Fans aus Deutschland gedacht, die zur EM fahren. Insgesamt erwartet Frankreich in den kommenden Wochen rund 2,5 Millionen Besucher. Gibt es Informationen über einen Anschlag, dann schlägt sie Alarm und gibt Handlungshinweise, etwa zu Fluchtwegen oder wie man andere Personen benachrichtigen kann. So sollen dann die Leitstellen entlastet werden, die in solchen Situationen in der Vergangenheit schnell an ihre Grenzen kamen.

Dazu kann  man bestimmte Regionen auswählen oder sich über die Standortübermittlung via GPS orten lassen. Dazu muss man die App allerdings immer im Hintergrund laufen lassen (der Akkuverbrauch sei sehr gering, heißt es in der App dazu). Eine ähnliche Aufgabe übernehmen hier bei uns NINA und KATWARN. Für Fußballfans dürfte übrigens auch die „Sicher Reisen“ App des Auswärtigen Amtes interessant sein, sie bietet aktuelle Reisewarnungen.

Die wichtigsten Verhaltensmaßregeln (auch für andere Notfälle) sind schon fest drin. So gilt bei einem Terroranschlag (wenig überraschend):

  • Sofort in Deckung gehen
  • Andere warnen
  • Gefährdete Gebiete meiden
  • Netzwerke  nicht mit unnötigen Informationen überlasten
  • Straßen freihalten
  • Offizielle Anweisungen befolgen
  • Auf weitere Informationen warten

Es ist eine reine Warn-App – die Informationen laufen nur in eine Richtung, nämlich von den Behörden zur Bevölkerung (genau wie bei NINA und KATWARN). Es gibt übrigens inzwischen auch Apps, die dem Nachrichtenfluss in die entgegengesetzte Richtung dienen. „See something, say something“ aus den USA ist ein Beispiel. Hier werden die Nutzer aufgefordert, ungewöhnliche Dinge zu melden, die auf einen Terroranschlag hindeuten könnten. Per Text oder auch per Foto. Das soll wohl die Hemmschwelle senken, die ein Anruf bei 9-1-1 offenbar bei vielen Menschen hat.

 

Text und Foto: Jan Müller-Tischer, Trainer und Berater für BOS und Katastrophenschutz