„Ja, wo laufen Sie denn?“ – KUBAS koordiniert Helfer

Um das zu klären, fließen jetzt 1,8 Millionen Euro. Und zwar in ein neues Projekt zur Koordination freiwilliger Helfer. KUBAS heißt es – das steht für „Koordination ungebundener vor-Ort-Helfer zur Abwendung von Schadenslagen“, soll das riesige Hilfspotenzial von Spontanhelfern bündeln helfen, zum Beispiel bei Naturkatastrophen oder bei der Versorgung von Flüchtenden. Geleitet wird es von Prof. Dr. Stefan Sackmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Halle. Die Idee kam bereits während des Saale-Hochwassers 2013 auf, jetzt soll sie umgesetzt werden.

Mit im Boot sind die Katastrophenschutzbehörde der Stadt Halle (Saale), die Universität Regensburg und die Esri Deutschland GmbH, aber auch der Arbeiter- und Samariter-Bund, die JUH, das BBK, das Land Sachsen-Anhalt, das THW, der TÜV Rheinland und andere. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,8 Millionen Euro.

Das Geld soll nicht dafür ausgegeben werden, (wieder) eine neue IT-Plattform zu schaffen, die dann erst mühsam bekannt gemacht und geschult werden muss. Stattdessen soll das neue System für die Helfer über ihre bestehenden Kommunikationskanäle und Apps funktionieren.

Es geht dabei um ein System, das durch die Nutzung moderner IT-Systeme und Kommunikationskanäle automatisch Angebot und Nachfrage zusammenbringt, damit die Helfer dorthin geleitet weden, wo sie tatsächlich dringend gebraucht werden, und nicht dorthin, wo viellleicht schon hunderte herumstehen. Ob es tatsächlich funktioniert, soll durch mehrere Katastrophenschutzübungen überprüft und getestet werden.

Text und Foto: Jan Müller-Tischer, Trainer und Berater für BOS und Katastrophenschutz