Neue Technik fürs Lagezentrum

Am Dienstag gingen die Lichter aus. Die Nachtschicht des Gemeinsamen Melde- und Lagezentrums von Bund und Ländern hatte noch von Bonn-Lengsdorf aus die internationale Lage überwacht. Zum Dienstschluss schalteten sie ihre Medienwand im vierten Stock des BBK aus, ebenso die zwölf Videocubes und die vier Monitore für die Medienbeobachtung. Dann leiteten sie Telefon und alle andere Kommunikationsverbindungen nach Ahrweiler weiter. Dort, im Ausweichquartier der GMLZ, übernahmen die Kollegen von der Frühschicht. Voraussichtlich für drei Monate.

Auf der großen Videowand hatten je mindestens zwei Mitarbeiter zum Beispiel die Karte des Deutschen Wetterdienstes oder Hochwasserstände abgerufen und Nachrichtenagenturen gelesen. Auf den Fernsehern liefen rund um die Uhr CNN, BBC oder NTV.

Zehn Jahre war die Technik alt, sie entsprach nicht mehr dem aktuellen Stand und war immer störanfälliger geworden. Deshalb wird die Ausstattung des GMLZ jetzt erneuert. Neue Medientechnik, moderne Leitstellentische und Kommunikationstechnik samt dem Equipment für Videokonferenzen. Sowohl im Alltagsbetrieb, als auch bei größeren Schadensereignissen sollen sich außerdem die Abläufe verbessert werden.

Eingerichtet wurde sie nach 9/11 und dem Elbe-Hochwasser im Jahr darauf. 2007 hatten Bund und Länder eine Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland entworfen. Seitdem ist das GMLZ das nationale Fachlagezentrum für den Bevölkerungsschutz und vermittelt bei Großschadenslagen und ist  zugleich die Nationale Kontaktstelle der Bundesrepublik Deutschland im Zivil- und Katastrophenschutz. Siebzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Schichtbetrieb rund um die Uhr.

Wenn die neue GMLZ in Betrieb geht, sind damit die Erneuerungsmaßnahmen der operativen Zentralen von BBK und THW in Bonn abgeschlossen.

Foto: BBK

Text : Jan Müller-Tischer, Trainer und Berater für BOS und Katastrophenschutz.