Wenn der Hotspot Hilfe holt

Hier unter uns kann ich´s ja mal verraten: Mein W-LAN Netzwerk Zuhause heißt „McFly“. Die älteren unter uns kennen damit auch einen meiner absoluten Lieblingsfilme. (Und nein – mein Passwort ist NICHT Marty oder DrEmmetBrown.) Die meisten Netzwerke meiner Nachbarschaft haben natürlich langweilige kryptische Namen, weil die meisten Leute zu faul sind, sich was Eigenes auszudenken. Manche tun es aber doch. Wissenschaftler fanden zum Beispiel Netzwerke mit dem Namen „ZahlensiedochselbstfürsInternet“ oder „DankedassSieaufdemBalkonnichtrauchen“.

Das brachte sie auf eine Idee: Man könnte doch mit der so genannten SSID, also der Kennung des Routers, kurze Nachrichten verschicken. Innerhalb des EU-finanzierten Projektes „BRIDGE“ entwickelten sie eine App, mit der Einsatzkräfte mit Opfern einer Katastrophe auf diese Weise kommunizieren können. Und das auch, wenn die gesamte Infrastruktur zusammengebrochen ist.

Denn die meisten handelsüblichen Smartphones können einen so genannten Hotspot erzeugen. Sie bauen eine Datenverbindung zum Handynetz auf und stellen diese als kleiner W-LAN-Router für Tablet und Notebook zur Verfügung. Mache ich auch oft im Zug, meistens ist die Verbindung allerdings eher mies. Für die Idee der Wissenschaftler macht das aber nichts. Denn das W-LAN sendet ja auf jeden Fall. Und alle anderen im Waggon können auf ihren Smartphones sehen, dass da irgendwo ein Hotspot eingerichtet ist, und dass er einen komischen Namen hat. (Nämlich McFlymobil. So kreativ bin ich nämlich nun auch wieder nicht.)

Die Experten haben eine App entwickelt. Schreibt man da nun zum Beispiel den Satz „Bin im Keller eingeschlossen, brauche dringend Hilfe!“, dann baut das Handy einen Hotspot mit der Kennung „binimKellereingeschlossenbrauchedringendHilfe“ auf. Die Retter könnten dann ein anderes W-LAN aufbauen, etwa mit dem Namen „HilfeistaufdemWeg“.

Getestet wurde die Technik bereits in der Schweiz und bei einer Anti-Terrorismus-Übung in Norwegen. Ein Problem dürfte dabei unter anderem noch die Reichweite sein. Es sind ja nur ein paar Meter. Auch die Akkus halten im Hotspot-Modus nicht allzu lange durch – aber immerhin: Besseralsnichts.