Amateurfunker helfen auf den Philippinen

Nach dem Taifun werden die Rettungsarbeiten auf den Philippinen auch von Amateurfunkern unterstützt. Sie stellen Kommunikationsverbindungen, die wegen der zusammengebrochenen Infrastruktur von großer Bedeutung für die Helfer sind.

So berichtet Thelma Pascua, Rufname DU1VT, Mitglied der Notfunkgruppe HERO, dass über Notfunk immer noch erheblicher Verkehr abgewickelt wird, solange die die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen andauern. „Der Nachrichtenaustausch über Funk betrifft Notfälle, Prioritäts- und Sozialverkehr nach und von der Provinz Leyte. Das könnte Tage andauern, bis andere Kommunikationswege wiederhergestellt sind“, so DU1VT.

Auch in der Hauptstadt Tacloban der stark betroffenen Provinz Leyte wurde eine Kurzwellenverbindung hergestellt. Die beiden einheimischen Funkamateure Nathan DU5AOK und Vilma Eamiguel, DU5VIE in den Räumen der Bezirksregierung eine Kurzwellenstation und ein VHF-Netz. Die Stromversorgung stellen die Amateurfunker dabei über einen Generator sicher.

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Jim Linton, VK3PC, Notfunkkoordinator der IARU Region 3 und Greg Mossop, G0DUB, Notfunkkoordinator der IARU Region 1 berichten auf der Webseite des Deutschen-Amateur Radio Clubs DARC:

„Im Schadensgebiet gebe es auch noch weitere Funkamateure, die die Hilfsmaßnahmen der Behörden und Hilfsorganisationen unterstützen. So werde über eine weitere Kurzwellenstation und ein VHF-Netz die Kommunikation zwischen einer Katastrophenschutzbehörde in der Stadt Quezon und den Einsatzkräften im Gebiet hergestellt. Mehrere Funkamateure an verschiedenen Orten der betroffenen Region übermitteln Lageberichte und sind ebenfalls am Nachrichtenverkehr mit dem Schadensgebiet beteiligt.

Auch auf anderen Inseln der Philippinen betreiben Funkamateure Notfunkverkehr, sowohl als Vermittlungsstationen auf Kurzwelle als auch mit tragbaren VHF-Geräten im Feldeinsatz. Sie arbeiten dabei eng mit den lokalen Behörden zusammen und unterstützen unmittelbar die Hilfsmaßnahmen. Zahlreiche Funkamateure leiten Meldungen von Betroffenen in den Schadensgebieten an auswärtige Angehörige weiter, um diese über Verbleib und Wohlergehen zu informieren. Erkundigungen aus dem Ausland über den Verbleib von Angehörigen im Katastrophengebiet werden derzeit über internationale Amateurfunkverbände, unter anderem über den US-amerikanischen Amateurfunkverband, weitergeleitet.

Grundsätzlich seien im Funkverkehr nur Nachrichten mit hoher Priorität aus dem Schadensgebiet erlaubt, die entweder Meldungen von Überlebenden, Meldungen von Behörden an die entsprechenden Zentralen in der Hauptstadt Manila oder Anforderungen spezieller Unterstützung enthalten. Die durchschnittliche Dauer einer Meldung betrage zwischen ein und zwei Minuten, so dass etwa 40 bis 60 Nachrichten pro Stunde übertragen werden könne.“

Da die Hilfe nach Angaben der Amateurfunker nur langsam anläuft, rechnen sie damit, dass ihre Hilfe noch für mindestens eine Woche nötig sein wird.