Luftballons für mehr Katastrophenschutz

Atomkraftgegner werden am Sonnabend an insgesamt sechs AKW-Standorten (Lingen/Emsland, Grohnde, Philippsburg, Neckarwestheim, Grafenrheinfeld und Ohu/Isar) je 999 mit Gas gefüllte Ballons starten lassen. Sie sollen zeigen, wie weit auch der radioaktive Fallout im Falle eines Störfalls kommen würde. Nach den Erfahrungen in Fukushima fordert das Bündnis regionaler Anti-Atom-Initiativen größere Evakuierungsradien. Bislang haben die Evakuierungszonen rund um die AKW einen Radius von 10 Kilometern.


Die Atomkraftgegner beziehen sich dabei auf eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz aus dem vergangenen Jahr. In Simulationsrechnungen hatte die Behörde nachgewiesen, dass ein schwerer Unfall weit mehr Menschen betreffen kann als bisher angenommen.

Zitat: „Für viele der in dieser Studie betrachteten Unfallszenarien kann eine Ausweitung
der Notfallschutz-Maßnahmen „Aufenthalt in Gebäuden“ und „Evakuierung“ sowie „Einnahme von Jodtabletten“ auf deutlich größere Gebiete nötig werden, als in der Planung vorgesehen ist. Die Umsetzung von Notfallschutz-Maßnahmen anhand von Sektoren der Planungszonen kommt bei einer lang andauernden Freisetzungen schnell an ihre Grenzen, da oftmals mehr als die Hälfte aller Sektoren, teilweise sogar alle Sektoren betroffen sind.“

Anfang Dezember soll der Schutz der Bevölkerung rund um Atomkraftwerke und der Katastrophenschutz Thema auf der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern in Osnabrück sein.